Donnerstag, 14. August 2014

Versicherungen sparen Millionen an Geschädigten
Werkstätten schädigen sich und die Verbraucher


Die Werbung im Fernsehen ist sehr eindeutig:
Ein Unfallgeschädigter mit einem geschädigten KFZ ist verzweifelt. Der Geschädigte übergibt seinen Autoschlüssel an einen Versicherungsvertreter. Der Autobesitzer bekommt von der Versicherung ein offensichtlich repariertes Fahrzeug zurück und ist erfreut darüber.

Was der Versicherungsspot nicht zeigt:
Die Versicherung hat das geschädigte Fahrzeug in eine ihrer Vertragswerkstätten gebracht, mit denen sie besonders günstige Leistungstarife ausgehandelt hat. Dort soll die Werkstatt einen Kostenvoranschlag für die Reparatur erstellen. Damit spart die Versicherung die Kosten für einen Sachverständigen, auf den der Geschädigte jedoch einen Rechtsanspruch hat, der möglicherweise Schäden feststellt, die durch den Kostenvoranschlag nicht berücksichtigt wurden.
Diese Kostenvoranschläge sind für die meisten Werkstätten ein Problem. Viele haben kein ausgebildetes Personal, welches verdeckte Schäden erkennt. Ohne ein Sachverständigengutachten, dass den vollständigen Schaden und Reparaturweg aufzeigt, verschenken die Werkstätten erhebliche Einnahmen. Der Verband der unabhängigen KFZ-Sachverständigen und die Gesellschaft für technische Überwachung haben durch Analysen festgestellt, dass in solchen Fällen die Werkstätten 30 – 45 % zu wenig Reparatur vorgenommen haben. Damit schädigen sich die Reparaturwerkstätten selbst.
Es ist somit nicht sicher, dass alle Schäden repariert wurden.

  • Die Versicherung zahlt von sich aus keine Nutzungsausfallentschädigung für die Dauer der Reparatur und bei Mietwagen immer nur die niedrigeren Kosten.

  • Die Versicherung zahlt von sich aus auch keine Kostenpauschale in Höhe von 25,00 EUR – 30,00 EUR, obwohl der Geschädigte darauf einen Anspruch hat.

  • Die Versicherungen zahlen freiwillig keine Wertminderung für das Fahrzeug, da sich die Werkstatt für den Kostenvoranschlag nicht ermittelt.

Ohne anwaltliche Hilfe und Rat und ohne Begutachtung durch einen Sachverständigen geben die Unfallbeteiligten ohne Rechtsposition auf und verlieren vielfach viel Geld.

Fazit:
Bei einer Werkstattreparatur, die von der Versicherung veranlasst wird, verdient nur die Versicherung, alle anderen verlieren. Dagegen können KFZ-Sachverständige die rechtliche Situation schnell erfassen und bei Streitfragen einen Rechtsanwalt hinzuziehen und so Werkstatt und Unfallbeteiligte vor Nachteilen schützen.



Peter Hesse

Rechtsanwalt 

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