Montag, 4. Oktober 2010

Erlaubnisrelevante Beschwerden gegen Zeitarbeitsfirmen
Die Agentur für Arbeit hat eine Geschäftsanweisung (H EGA 08/10-07)zur Aufnahme und Weiterleitung von erlaubnisrelevanten Beschwerden gegen Zeitarbeitsfirmen herausgegeben.
Offensichtlich hat man langsam die Erkenntnis, das nicht alle derartigen Firmen cosher sind.
Es sollen sich die Beschwerden häufen über die Verletzung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen
bezüglich der Abführung der SV-Beiträge ,der Lohnzahlung, der Gewährung von Erholungsurlaub, und der Feiertagszuschläge in diesen Firmen.
Nach dem Text der Geschäftsanweisung, sollen diese Beschwerden jedoch sehr vorsichtig behandelt werden und reine Unmutsäußerungen nicht weitergeleitet werden.

RA Peter Hesse 

Samstag, 16. Januar 2010

Die Blödheit des Arbeitgebers

Richter Hollmann beim Arbeitsgericht Nordhausen ließ sich gestern zu einer nicht gerade schmeichelnden wenn auch waren Feststellung hinreißen. 
Die Arbeitgeberin war allein als Beklagte zum Verfahren gekommen. Es ging um eine lächerlich Lohnforderung von 600€.Sie wollte aber nicht zahlen weil der Arbeitnehmer wohl einen Schaden verursacht haben soll und er von der Arbeit bis Kündigungsende befreit war. Sie hatte vergessen zu erklären, dass während der Freistellung auch der Urlaub genommen wird und wollte dies nun gegen die Abgeltungsansprüche des Klägers geltend machen.
Da meinte der Richter das sei wohl Ihre eigene "Blödheit", das sie nun noch Abgeltung zahlen müsse.

Nachdem er ihr mehrfach geraten hat, die Forderung doch anzuerkennen, weil er sie sowieso dazu verurteilen müsste hatte ich als Zuhörer schon Lust bekommen ihr meinen Rat anzubieten ,unterließ dies jedoch.
 Hollmann meinte dann noch, wenn sie jetzt noch einen Anwalt für das streitige Verfahren nehmen würde, wäre dies nicht sinnvoll. Die Anwälte würden doch nur viel kosten.

Als ich dann als nächster an der Reihe war verwahrte ich mich freundlich gegen die Feststellung "nur" und ergänzte das wir dafür aber auch arbeiten würden.
Woraufhin er seine Aussage relativierte.

RA Peter Hesse